Yoga

Verwurzelt im Hier und Jetzt

Yogastil

Zu Beginn atmen wir tief ein und aus. Mit jedem Atemzug lassen wir den Alltag etwas mehr los und kommen auf der Yogamatte an. Haltende und fliessende Bewegungen begleitet vom Atem ergänzen sich zu einer intuitiven und dennoch durchdachten Abfolge. In aufbauender Weise richten wir uns bewusst in den Körper-(asana) und Atemübungen (pranayama) aus. Mit dem Mobilisieren, Stärken und Dehnen des Körpers und dem Lenken des Atems gleichen wir unsere alltäglichen Gewohnheiten aus. Hierbei beobachten wir die inneren Vorgänge sorgfältig und spüren wie es sich anfühlt. Zum Ausklang lassen wir die Übungen in der Stille nachwirken, was der Regeneration und Integration dient. Die Lektion ist in sich geschlossen, sodass ein Einstieg in den Yogakurs jederzeit für Anfänger und Geübte möglich ist.

Innere Haltung (niyama)

Wir geben uns in den Körper- (asana) und Atemübungen (pranayama) genügend Raum und Zeit. Somit nehmen wir unsere körperliche, emotionale und geistige Befindlichkeit sorgfältig wahr. Durch das Annehmen und Respektieren gehen wir in den Übungen nur soweit, dass ein ausgeglichenes Mass zwischen Anstrengung und Entspannung entsteht. Dabei dient der Atem uns als Leitfaden, indem er tief und gleichmässig strömt. Im Zentrum steht die wertfreie und wohlwollende, innere Begegnung. Wesentlich ist, wie wir uns beim Üben fühlen. So lernen wir Schritt für Schritt unserer ureigenen Natur treu zu sein. Auch üben wir uns, aufrichtige Freude, Leichtigkeit und Dankbarkeit zu kultivieren, für all das, was uns ermöglicht und geschenkt ist – im Grossen wie im Kleinen.

Yoga als Brücke zum Alltag

Das Yoga entfaltet seine Wirkungen auf der physischen und energetischen Ebene des Praktizierenden. Denn diese beiden Dimensionen bilden eine untrennbare Einheit. Jede Übung weckt und stärkt damit bestimmte Qualitäten in uns. Diese bilden den Kern oder das Herz der Übungen und dienen als Brücke zu unserem Alltag. Denn das Leben ist unser Übungsfeld, dort können wir diese Qualitäten situativ einfliessen lassen. Im Bewusstsein, dass keine besser oder schlechter ist. Es braucht alle, damit wir wachsen und uns entwickeln können.

Je nach Fokus der Yogalektion widmen wir uns Folgendem:

Wir nehmen wahr, was ist. Ob ängstlich oder mutig, gestresst oder entspannt, traurig oder freudig, wir lassen es zu. Alles darf sein. Durch den Platz, den wir den Befindlichkeiten einräumen, geben wir diesen Aspekten von uns ihre Würde. Im Bewusstsein, dass alle diese Erscheinungen vorübergehender Natur sind.

Stets gleichen wir die beiden Körperseiten aus, damit sich die Energie gleichmässig entfaltet und fliesst. Denn alles im Leben sucht die Mitte,  denn Ausgeglichenheit bedeutet Gesundheit. Damit wir trotz Stress und Schnelligkeit im Alltag in uns verwurzelt und zentriert sind, stärken wir unsere Kraft und Präsenz. In Gleichgewichtsübungen festigen wir die Konzentration und Koordination und verbinden uns mit dem Gefühl der inneren Ruhe, Kraft und Leichtigkeit. Während sich durch die Umkehr neue Perspektiven auf die Dinge des Lebens ergeben. Diese bildet eine erfrischende Quellen für Erneuerungen, um Hinderndes, Veraltetes oder Einschränkendes bewusst zu erkennen und zu verändern oder um von der lauten in die stille Welt zu kehren.

Mit dem Öffnen unserer Körpervorderseite und des Herzens entsteht in uns Weite und Raum. Auf das Leben übertragend begegnen wir uns und anderen mit Wohlwollen und Freude. Das Dehnen der Körperrückseite und der Wirbelsäule fördert unsere Beweglichkeit und wir lenken die Sinne nach innen (pratyahara). Hier können wir loslassen und in unseren inneren Raum sinken. In der Entspannung spüren wir die vollkommene Unterstützung der Erde und geben uns der Stille hin. So lauschen wir den Weisheiten des Herzens. Denn alles ist da, genauso wie in einem Tropfen der ganze Ozean gehalten ist.